Was eine Fehlbesetzung wirklich kostet – und warum 2–3 Profile besser sind als 20 Bewerbungen

Eine Fehlbesetzung kostet nicht „ein Gehalt". Sie kostet ein Vielfaches davon – und das meiste davon steht auf keiner Rechnung.Der Reflex bei einer offenen Stelle ist verständlich: möglichst viele Bewerbungen einsammeln, um Auswahl zu haben. Doch mehr Lebensläufe bedeuten nicht mehr Sicherheit. Sie bedeuten mehr Aufwand bei der Sichtung – und ein höheres Risiko, unter Zeitdruck die falsche Person zu wählen. Und die Rechnung für diese Fehlentscheidung fällt hoch aus.

Erstellt von Oleksandra Razek

Die wahren Kosten einer Fehlbesetzung.

Verschiedene Analysen beziffern die Kosten einer Fehlbesetzung übereinstimmend auf ein Vielfaches des Jahresgehalts. Das direkte Gehalt ist dabei nur die Spitze. Der größere Teil ist indirekt und wird oft übersehen:

  • Der komplette Recruiting-Prozess muss noch einmal von vorn durchlaufen werden

  • Onboarding, Einarbeitung und interne Betreuungszeit sind verloren

  • Produktivitätsverlust in der Zeit, in der die Person nicht liefert – und danach in der erneuten Vakanz

  • Belastung und Frust im Team, das die Lücke auffängt – im schlimmsten Fall kündigen weitere Leistungsträger

  • Verzögerte oder gescheiterte Projekte mit direkten Folgen für Umsatz und Kundenbeziehung

Rechnet man die durchschnittliche Vakanzzeit von 7,7 Monaten hinzu, die eine erneut offene IT-Stelle nach sich zieht, wird deutlich: Eine Fehlbesetzung ist keine einmalige Ausgabe, sondern ein monatelang nachwirkender Kostentreiber.

Warum Masse das Problem nicht löst.

20 Bewerbungen fühlen sich nach Auswahl an. Tatsächlich erhöhen sie vor allem das Grundrauschen. Ein Bewerbungsstapel, den ein ATS nach Stichworten vorsortiert hat, ist keine Qualitätsgarantie – im Gegenteil: Gute Kandidatinnen und Kandidaten mit ungewöhnlichem Lebenslauf, Lücken oder Quereinstieg fallen durch genau dieses Raster. Signal schlägt Menge.

Der bessere Weg sind wenige, dafür wirklich passende Profile: 2 bis 3 Kandidatinnen und Kandidaten, die fachlich, kulturell und in den Rahmenbedingungen geprüft sind, bevor sie überhaupt auf Ihrem Tisch landen. Das ist der Kern von humanITy in B2B: Menschen statt Lebensläufe zu bewerten – mit echtem fachlichem Verständnis statt reiner Stichwort-Filterung.

Weniger, aber richtig. 

Die Frage ist nicht, wie viele Bewerbungen Sie bekommen. Sie ist, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Person nach sechs Monaten noch da ist und liefert. Ein präziser, menschlicher Auswahlprozess senkt genau dieses Risiko – und ist am Ende deutlich günstiger als der Preis einer Fehlbesetzung.

 

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