Personalvermittlung: der Weg zur Festanstellung
Bei der Personalvermittlung sucht und prüft ein Dienstleister passende Kandidat:innen, stellt sie Ihnen vor – und Sie stellen die gewählte Person direkt selbst an. Der/die Mitarbeiter:in wird Teil Ihres Unternehmens, mit eigenem Arbeitsvertrag. Der Vermittler erhält in der Regel ein einmaliges Honorar für die erfolgreiche Besetzung.
Dieses Modell passt, wenn Sie eine langfristige Rolle dauerhaft besetzen wollen: Kernkompetenzen, Schlüsselpositionen, Wissen, das im Haus bleiben soll. Der Aufwand der Suche liegt beim Dienstleister, die langfristige Bindung bei Ihnen.
Arbeitskräfteüberlassung: Flexibilität auf Zeit
Bei der Arbeitskräfteüberlassung – in Österreich gesetzlich klar geregelt – bleibt die Fachkraft beim überlassenden Unternehmen angestellt und arbeitet zeitweise in Ihrem Projekt. Sie zahlen einen Stunden- oder Tagessatz, kümmern sich aber nicht um Anstellung, Lohnverrechnung oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Das Modell passt, wenn Sie kurzfristig Kapazität brauchen: Projektspitzen, befristete Vorhaben, Spezialwissen für einige Monate, oder wenn Sie unsicher sind, ob eine Rolle dauerhaft nötig ist. Flexibilität ist hier der zentrale Vorteil – Sie skalieren hoch und wieder runter, ohne langfristige Verpflichtung.
Der direkte Vergleich
- Bindung: Personalvermittlung = dauerhaft, eigene Anstellung. Überlassung = temporär, kein eigener Arbeitsvertrag.
- Kostenstruktur: Vermittlung = einmaliges Honorar plus laufendes Gehalt. Überlassung = laufender Satz, keine Einmalkosten.
- Flexibilität: Vermittlung = gering nach Anstellung. Überlassung = hoch, schnelles Hoch- und Runterfahren.
- Administration: Vermittlung = liegt bei Ihnen. Überlassung = liegt beim Überlasser.
- Ideal für: Vermittlung = Kernrollen, Wissen, das bleibt. Überlassung = Spitzen, Projekte, Unsicherheit.
Welches Modell wann?
Eine einfache Faustregel hilft: Geht es um eine Position, die in zwei Jahren noch existieren soll und Wissen aufbaut, das im Haus bleiben muss, ist Personalvermittlung meist der richtige Weg. Geht es um Kapazität für ein konkretes Projekt, eine unsichere Auslastung oder seltenes Spezialwissen auf Zeit, spielt die Arbeitskräfteüberlassung ihre Stärken aus.
Oft ist auch eine Kombination klug: Kernrollen fest besetzen, Spitzen über Überlassung abdecken. So bleiben Sie handlungsfähig, ohne Fixkosten aufzubauen, die Sie später nicht auslasten.
Wichtig ist vor allem eines: Die Entscheidung sollte aus Ihrem tatsächlichen Bedarf kommen, nicht aus dem Standardangebot eines Dienstleisters. Ein guter Partner fragt zuerst nach Ihrer Situation – und empfiehlt erst dann ein Modell.

